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Übermorgen Arbeitslos?

Viele Publizisten setzen sich in populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen mit dem Thema KI und den Folgen auseinander (z.B. Richard David Precht, Yuval Harari). Eines scheint dabei unausweichlich: die kommende Massenarbeitslosigkeit. Dabei wird sehr klar und nachvollziehbar argumentiert, wieso das unausweichlich ist. Die Maschine ist uns schlicht überlegen und wird uns Menschen sukzessive auf allen Feldern überholen. Harari geht so weit, dass er den Großteil der Menschen in die ökonomische Bedeutungslosigkeit schickt. Doch wird das wirklich so kommen?

Ja, die Job-Welt verändert sich. Alles was eine KI machen kann, wird zukünftig durch eine KI gemacht werden. Das erscheint sicher. Und es ist egal, ob man das gut findet oder nicht. Es ist egal, ob man sich dagegen wehrt oder nicht. Denn es liegt nicht in unserer Macht, es aufzuhalten. Verwehrt man sich gegen diese Entwicklung, machen es eben andere. Warum? Weil sich in einem kapitalistischen System der Angepasste und ökonomisch Bessere durchsetzen wird. 

Im Rahmen meiner Forschung mache ich jedoch 2 wesentliche Beobachtungen dazu. Erstens, die Einsatzmöglichkeiten aktueller KI sind (noch) sehr begrenzt. Es fehlt oftmals an der benötigten Datenquantität oder die notwendige Standardisierung von Sachverhalten ist nicht gegeben. Deswegen ist ein Einsatz von KI auf vielen Feldern derzeit noch gar nicht möglich. Von der fehlenden Datenqualität ganz zu schweigen. Zweitens, KI realisiert nicht nur Effizienzen, sie eröffnet insbesondere neue Möglichkeiten, die dem Menschen zuvor mangels Befähigung verwehrt blieb. Zum Beispiel ermöglicht KI die Analyse von Massendaten in wenigen Sekunden, was für vielfältige Zwecke genutzt werden. Ein Beispiel wäre die Nutzung im Rahmen von genaueren Prognosen. 

Aus meiner Sicht ist KI derzeit eine sehr gute Ergänzung für den Menschen und schafft ganz neue Möglichkeiten. Eine breite Substitution von Tätigkeiten sehe ich in meinem direkten Umfeld derzeit nicht. Im Gegenteil! Zur Erschließung der Potenziale sind viele Menschen mit unterschiedlichen Kompetenzen notwendig. Neben den Domänenexperten braucht es Data Scientisten, Data Ingenieure und IT-Mitarbeiter, die die benötigten Daten identifizieren, vorbereiten und zur Analyse aufbereiten. Dabei sehe ich auch einen Trend zur bereichsübergreifenden Zusammenarbeit, da über die Verknüpfung von Daten Potenziale erschlossene werden können. Doch auch hier gilt: man wagt sich auf neue Felder vor, die Themen werden mehr und vielfältiger, anstatt dass alte Tätigkeiten verdrängt werden und keine Neuen entstehen.  

Doch wird das immer so bleiben? Das bleibt weiterhin schwierig zu beurteilen. Schauen wir im nächsten Blog auf den „Schacheffekt“. Vielleicht gibt dieser Aufschluss darüber, was uns zukünftig blüht oder eben nicht.

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