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Survival of the fittest

Im vorhergehenden Blog ging es um den „Schacheffekt“. Was kann man vom beschriebenen „Schacheffekt“ nun auf die Arbeitswelt übertragen? Zur Klarstellung, KI ist heute nur auf stark abgegrenzten Feldern, wie z.B. dem Schachspiel, zu einer solchen Leistung in der Lage. Und hierzu müssen die Rahmenbedingungen passen – KI muss im Training gegen sich selber spielen können und das in einer sehr großen Anzahl an Spielen. Eine potenzielle Übertragung der KI vom Spiel in die reale Welt funktioniert nur, wenn die reale Welt in einer solchen Modellwelt (in der trainiert wird) nahezu vollständig nachgebildet werden kann. Wäre dies der Fall, könnte die im Spiel trainierte KI in einem abgegrenzten Segment der realen Welt eingesetzt werden. In unserem Schachbeispiel bleibend ausgedrückt: Es müsste einen Geschäftsprozess geben, der dem Schachspiel mit den geltenden Schachregeln sehr nahe kommt, damit die Schach-KI den Prozess besser beherrscht wie der Mensch. Soweit der Status-quo Anfang 2020.

Aus meiner Sicht könnte sich jedoch dieser „Schacheffekt“ zukünftig als Muster durch die Arbeitswelt durchziehen. Ziehen wir nochmals die Parallele zum Schach. Es galt lange Zeit als unmöglich, dass eine Maschine den Menschen im Schach überhaupt schlägt. Dann kam der Tag, an dem die Maschine den Menschen schlug. Daran knüpfte eine Zeit an, in der die Kombination zwischen Mensch und Maschine die besten Ergebnisse erzielte, bis schließlich die Maschine den Menschen so weit überbot, dass sie uneinholbar überlegen war. Dieses Muster könnte sich in der Arbeitswelt ebenso darstellen. Tätigkeiten, die nicht zur Automatisierung geeignet erscheinen, könnten ab einem Punkt automatisiert oder durch eine Verknüpfung zwischen Mensch und Maschine teilautomatisiert werden. Die Maschine lernt in der Folge dazu oder es erfolgt, ähnlich dem Reinforcement Learning, ein Technologiesprung, der es auf einmal ermöglicht eine Tätigkeit komplett durch eine KI erledigen zu lassen. In der Folge wäre diese Tätigkeit ab diesem Zeitpunkt für den Menschen für immer„verloren“. 

Ich bin der Überzeugung, dass wir dieses Szenario zukünftig erleben werden. Dabei werden wir nicht mit einem Mal alle Tätigkeiten an die Maschine verlieren. Jedoch sukzessive. Ich denke jedoch auch, dass es zukünftig neue, heute noch nicht bekannte Tätigkeitsfelder geben wird, die zum jeweiligen Zeitpunkt nicht von Maschinen gemacht werden können. Allerdings wird das Zeitfenster schrumpfen, bis die Maschinen es erledigen können. Folglich müssen wir Menschen zukünftig eine sehr große Flexibilität und die Motivation zur Selbsterneuerung an den Tag legen, um sich in einer solchen Welt behaupten zu können. Only the fittest will survive. Doch wer das versteht und kann, wird in dieser Welt sehr gut leben können.

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